Die sengende Sonne San Pedros

Wohlbehalten von unserem Bolivien-Abenteuer zurück in Chile fanden wir uns in San Pedro de Atacama wieder. San Pedro ist der Touristenort in der Atacama-Wüste schlechthin – dort muss man gewesen sein. Das wurde auch sofort deutlich: die Unterkünfte waren unverhältnismäßig teuer, der Ort ungewohnt ordentlich, überall wurden Touren zu den nahegelegenen Attraktionen angeboten und es tummelten sich die Touristen in den Straßen. Nicht gerade das, was wir uns gewünscht hatten. Wir mieteten uns aus Preisgründen auf einem Campingplatz ein, bereuten die Entscheidung aber ziemlich schnell, da der Platz außer staubigem Boden und einer unfreundlichen Besitzerin nicht viel zu bieten hatte. Als unsere teuer erworbenen Empanadas auch noch Opfer einer nächtlichen Hundeattacke würden, war’s mit dem Wohlwollen gänzlich dahin.

Nichtsdestotrotz mieteten wir uns am nächsten Tag Fahrräder und radelten durch die Wüste zunächst zur Laguna Cejar. Diese drei kleineren Lagunen sind nicht nur sehr hübsch anzusehen, auch ist ihr Salzgehalt ähnlich hoch wie im Toten Meer, sodass man sich herrlich an der Wasseroberfläche treiben lassen kann. Als tückisch erwies sich jedoch der Hinweis, vor dem Baden keine Sonnencreme aufzutragen. In Kombination mit der sengenden Sonne ereilte uns der schlimmste Sonnenbrand des Urlaubs.

Für den Nachmittag hatten wir uns einen weiteren Ausflug in der Umgebung ausgesucht: zum Valle de la Luna. Das Tal bietet großartige Felsformationen, unter Anderem eine sehr schmale Schlucht, die sich teilweise zu einem Tunnel verengt.

Eine große Sanddüne wird gerne genutzt, um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Nach diesem mussten wir uns allerdings sehr beeilen, ins Dorf zurückzukommen, um unsere Fahrräder abzugeben. Die Fahrradtour hatte mich inzwischen auch schon ganz schön mitgenommen, rund 65km bei großer Hitze schlauchten mich doch ganz schön. Letzten Endes kamen wir aber rechtzeitig in San Pedro an, gaben unsere letzten chilenischen Pesos aus und verließen Chile am nächsten Morgen endgültig.

Mit dem Bus ging es durch die Wüste und nach Argentinien. Je mehr wir uns unserem Ziel Salta näherten, desto umfangreicher wurde die Vegetation. In und um Salta selbst ist es sehr grün, das Wetter ist recht tropisch.

Beim abendlichen Bier lernten wir nette Argentinier kennen, die uns an ihren Tisch einluden und uns viel über das Leben in Argentinien erzählten und uns Tipps für Salta gaben. So begaben wir uns am nächsten Tag zunächst auf die lang ersehnte Cabalgata, also eine Reittour, im nahegelegenen San Lorenzo. Felix entdeckte auf den zahmen Pferden seine Leidenschaft für das Reiten und fühlte sich fast wie ein Gaucho 🙂

Nach ausgiebiger Siesta erklommen wir mithilfe der Seilbahn im Ort den örtlichen Aussichtsberg, bevor wir den Tag mit lokalen oder zumindest argentinischen Spezialitäten wie Locro (Eintopf) und Humita (Maisbrei im Maisblatt) abrundeten. Am nächsten Tag war uns das Wetter weniger wohlgesonnen – es schüttete. Glücklicherweise stand ein Museumsbesuch im Museo Arqueología de Alta Montaña (MAAM) an, in dem ständig eine von drei Inca-Mumien vom Llullaillaco-Vulkan ausgestellt ist. Die Mumien sind rund 500 Jahre alt und aufgrund der der klimatischen Bedingungen auf 6700m perfekt konserviert. Ein alter Incabrauch opferte die schönsten Kinder den Göttern… Ganz schön grausam nach heutigen Maßstäben und etwas zweifelhaft, aber dennoch durchaus interessant, diese Kinder heute perfekt erhalten im Museum zu betrachten.

Eva
Follow Eva:

Travelling South America with Felix

Eva
Latest posts from

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *