Bolivia

Unseren eigentlichen Reiseplan, von Iquique in die bolivianische Stadt Oruro zu fahren, hatten wir nach den Erfahrungen mit der Höhenkrankheit eigentlich schon verworfen, doch als wir nach der Rückfahrt über Arica das Auto wieder unbeschadet (höchstens etwas dreckig) zurück gegeben hatten, mussten wir feststellen, dass es am Neujahrstag weder Busse nach San Pedro de Atacama, noch ein vernünftiges Restaurant zu finden gab. Mit einem letzten Hauch von Zweifel bezüglich der Sicherheitslage und ausreichender Höhenakklimatisierung stiegen wir nach einer Nacht im Hotel dann also doch in einen Bus nach Oruro.

Aufgrund der mangelhaften Organisation wurde bereits der Grenzübergang zum Erlebnis. Dieser dauerte geschlagene drei Stunden und beinhaltete das Einsammeln der Reisepässe, um diese später nach dem Lotterie-Prinzip ihren Eigentümern zurückzugeben.

Der Busbahnhof in Oruro wirkte dagegen recht ordentlich und per Taxi erreichten wir schnell und sicher unser Hotel. Die Betten waren zwar ziemlich durchgelegen und das Bad abenteuerlich klein, aber das Frühstück gut und die Lage ideal, um am nächsten Tag die Stadt zu erkunden.

Schnell zeigte sich ein wesentlicher Unterschied zum Gewohnten: es gibt keine Supermärkte, stattdessen findet sämtlicher Handel auf der Straße statt. Von Kleidung über Mittagsessen (man beachte die Details im Bild) bis hin zu Autozubehör findet man einfach alles, wenn man nur die richtige Straßenzeile kennt.

Zu günstigen Preisen konnten wir uns so durch den Tag schlemmen. Uns gegenüber war man stets interessiert und freundlich und unsicher fühlten wir uns eigentlich nie. Auch die Höhe schien kein Problem mehr zu sein, auch wenn uns das Erklimmen der paar Stufen auf den Hausberg schon beträchtlich ins Schnaufen brachte. Abgesehen von einem Bergbaumuseum und dem berühmten Karneval im März hat Oruro touristisch nicht viel zu bieten, umso authentischer war dafür der Eindruck, den wir dort von Bolivien gewinnen konnten.

Mit dem “Expreso del Sur” donnerten wir anschließend mit bis zu 50 Stundenkilometern in Richtung Süden. Das mehrmalige Anhalten und Zurücksetzen bei starkem Regen und Einbruch der Dunkelheit begleitet von schlechten US-Horrorfilmen machte uns zunächst etwas skeptisch, doch schließlich erreichten wir die deutlich touristischere Stadt Uyuni, von welcher wir am nächsten Tag eine geführte Tour in die berühmte 11000km² große Salzwüste unternahmen.

Die ewigen weißen Weiten laden zu allerlei Spielereien mit der Fotoperspektive ein und die Bereiche mit geschlossener Wasserdecke wirken wie ein riesiger Spiegel.

Follow Felix:

Studies Electrical Engineering at the Karlsruhe Institute of Technology. Likes technical stuff, climbing and nature.

Latest posts from

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *