Carretera Austral Vol. 2

Von Villa O’Higgins aus folgten wir der Carretera Austral – oder auch Ruta 7 – diesmal Richtung Norden. Da die Busanbindung in diesem entlegenen Gebiet eher lückenhaft ist, wollten wir uns vornehmlich per Anhalter fortbewegen. Mit dieser Idee waren wir allerdings bei Weitem nicht die Einzigen: Alle, die auf unserem Boot waren, hatten denselben Plan. So kam es, dass wir uns mit Philip aus dem Allgäu zusammenschlossen und nach Caleta Tortel aufbrachen. Dank netter Franzosen kamen wir problemlos gegen Abend dort an. Das kleine Dorf Tortel hat eine interessante Infrastruktur: statt Straßen und Autos gibt es Holztreppen und Boote, so selbst ein Feuerwehrboot.

Wir machten es uns auf dem kostenlosen Gemeinde-Campingplatz gemütlich, jedoch war die Freude nicht von langer Dauer: Ein älterer Herr erklärte uns, dass Camping hier nicht mehr gestattet ist, und die Dorfjugend beanspruchte den Platz für sich… Etwas verunsichert suchten wir das Weite und fanden zum Glück einen überdachten Platz als Schlafgelegenheit.Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus nach Cochrane. Von dort nahm uns ein alter Mann in gemächlichem Tempo mit nach Río Tranquilo. Dort konnten wir eine kleine Kajaktour zu den sogenannten Marmor-Kathedralen unternehmen. Diese sind große Kalkstein-/Marmor-Felsklötze im riesigen Lago General Carrera, die von unten ausgehöhlt kathedrahlenartige Höhlen, Tunnel und Fenster gebildet haben. Mit dem Kajak konnten sie perfekt erforscht werden und waren definitiv ein lohnender Anblick.



Abends tauchte auch unsere französische Mitfahrgelegenheit auf dem Campingplatz auf, sodass es ein frohes Wiedersehen gab.
Nicht ganz so erfolgreich gestaltete sich der folgende Tag. Wir steckten in Río Tranquilo fest, niemand wollte uns mitnehmen und einen Bus gab es auch nicht… Erst gegen Abend fuhr uns ein privater Kleinbus nach Villa Cerro Castillo. Dort aßen wir noch mit Philip zu Abend, bevor wir uns verabschiedeten und er zu einer nächtlichen Bergbesteigung aufbrach, während wir im Dorf die Unterkunft einer netten alten Dame aufsuchten, die Felix noch von seinem letzten Besuch vor drei Jahren kannte.Am nächsten Morgen stiegen auch wir, nun wieder zu zweit, zur Laguna Cerro Castillo auf. Auf dem Rückweg liefen uns bekannte Gesichter aus Candelario Mancillo über den Weg.

Wir setzten unsere Reise nach Coyhaique fort, wo wir den Abend bei Freunden verbrachten, die Felix beim letzten Mal über Couchsurfing kennen gelernt hatte. Andrea und Lalo bauen gerade ihr Haus im Wald. Auch ein eigener Wasserfall gehört zum umfangreichen Grundstück. Für die beiden und Andreas Mutter sowie eine Voluntärin aus Belgien kochten wir unsere berühmt-berüchtigten Käsespätzle.
Weiter ging es mit sechs verschiedenen Mitfahrgelegenheit zum Queulat Nationalpark und anschließend über Puyuhuapi weiter nach La Junta.


Dort erwartete uns Philip, der eigentlich etwas schneller Richtung Puerto Montt reisen wollte und leider gestrandet war. La Junta war ein regelrechtes Sammelbecken für Rucksacktouristen, es schien äußerst schwierig zu sein, den Ort zu verlassen. So blieb uns nichts anderes übrig, als auf einen Campingplatz zu gehen und auf den Bus am nächsten Morgen um 7 Uhr zu hoffen. Immerhin konnten wir so nochmal einen schönen Abend zu dritt verbringen.Nach einer kurzen Nacht bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen, dass der Linienbus viel zu klein für alle Reisenden war. Zum Glück wurde aber ein weiterer Kleinbus als Zusatz arrangiert. In Chaitén trennten sich unsere Wege abermals und wir bestiegen unterschiedliche Fähren. Philip fuhr direkt nach Puerto Montt, Felix und ich fuhren nach Hornopiren, um dort auf dem Eco-Campingplatz zu übernachten. Dieser entpuppte sich zwar als maßlos überteuert, aber der nächtliche Ausflug mit dem Campingplatzbesitzer und seinen Freunden zu heißen Quellen in Naturbecken machte den Preis wieder wett. Zum Frühstück gab es vom urigen Café aus außerdem einen Pinguin und Seelöwen zu beobachten.
Die letzte Etappe der Carretera Austral nach Puerto Montt legten wir wiederum mit dem Bus zurück.
Eva
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